WEGKUNDIG

Schnappschüsse am Wegesrand

Manch einem wohnt eine besondere Unart inne; er liest auf dem Klo. Der eine den Groschenroman, die andere das bunte Blatt, der Nächste die Zeitung von gestern, die Übernächste heimlich die neue SMS vom Liebhaber. Das wohl am seltensten gelesene Werk auf dem Thron ist, noch vor der Bibel, das Telefonbuch. Vielleicht liegt das am etwas unspannenden Inhalt. Vielleicht aber auch am etwas unhandlichen Format? Dabei ist dieses Druckwerk doch geradezu prädestiniert für den Lokus, oder? Das Örtliche beim Spülen am stillen Örtchen…
Der große italienische Philosoph Giovanni T. „Rap“ Attoni kreierte weiland das berühmte Wort von der „Flasche leer“. Wie jetzt herauskam, inspirierte ihn dazu die bekannte Installation „Leere Bouteille Eiswein der Sonderangebotsklasse sodomiert Bordsteinkante“ des legendären Wuppertaler Künstlers und hochbegabten Trinkers August Absinth (hier ein Faksimile). Angesprochen auf diese Entlehnung, antwortete Absinth angeblich in seiner lakonischen aber expliziten Art „Was erlauben Attoni?“. Gesichert indes sind die letzten Worte des Künstlers, der leider kürzlich verblich. Er schloss für immer die Kehle mit den weihevollen Worten „Ich habe fertig…“

Man kennt das ja. Es ist finster, die Laternen illuminieren den Weg, und dann…meldet sich ein Bedürfnis, welches nach unverzüglicher Befriedigung ruft. (Nein, ich meine nicht den Beischlaf!) Man sucht sich eine abgeschiedene Hausecke und…wässert blind ins Dunkel! Dies führt nicht selten zu ungewünschter Verschmutzung und zu Mecker von Gattin. Im durch das TV bekannten Städtchen Hengasch (Kreis Liebernich) ergriffen die Frauen jetzt die Initiative. Sie konstruierten eine neuartige Straßenlaterne. Mit dieser beleuchten sie nun die beliebteste Hausecke des Ortes. Tragische Folge: die Düsseldorfer Firma „Henkel“ beklagt in Hengasch für das laufende Quartal einen Umsatzrückgang von nahezu 75%…

Neues aus Unterwegs

In Wuppertal-Langerfeld wurden in diesem Jahr bereits mehrere Dutzend Menschen von blitzartig herabstürzenden Leitern letal durchbohrt. Dies führte zu, von zahlreichen Vermietern stark beklagtem, Leerstand. Da dies durch natürliche Erhöhung der Geburtenrate nicht kompensiert werden konnte, entschlossen sich die Stadtväter zu einem drastischen Schritt. Sie verboten an den Unglücksstätten das Tragen grauer Rechtecke. (hier ein Archivbild) Laut statistischem Landesamt, ging seit Aufstellen der Schilder die Zahl der Ehebrüche in dieser Gegend leicht zurück…
Die ehemalige Bundeshauptstadt Bonn beschreitet neue Wege. Da ein dort ansässiges Kommunikationsunternehmen bisher nicht in der Lage war, die Stadt an das deutsche Telefonnetz anzuschließen, wurde die etwas voreilig errichtete Telefonzelle im Rahmen eines Festaktes einer neuen Bestimmung übergeben. Die Universität Bonn besitzt nun für ihre umfangreiche Bibliothek ein eigenes Gebäude. Wie aus den bekannt gut unterrichteten Kreisen zu erfahren war, gingen bei der Überführung des Bestandes jedoch sämtliche Werke des renommierten Historikers Guido Knopp verloren.
Die als Geisterfahrerin der deutschen Politik bekannte Büroleiterin Angela M., hat im Bahnhof Berlin-Ost den Aufschwung ausschildern lassen. Aufgrund der fehlenden Kilometerangabe, wurde dieser jedoch bisher weit verfehlt. Der als verschollen geltende Bundeswirtschaftsminister Rösler hat sich, wie aus der FDP-Zentrale verlautete, an diesem Schild orientiert, jedoch leider total verfranzt. Unbestätigten Gerüchten zufolge soll Rösler am neuen Flughafen Berlin Brandenburg völlig entnervt auf seinen Flieger nach Hannover warten…

Sharky frisst alles

Myriaden Flyer von Imbissstuben und Dönertaxen verstopfen täglich die Briefkästen des Landes! (Von unschönen Amtsschreiben ganz zu schweigen!!!) Die Ideale Problemlösung präsentiert in diesem Herbst die Solinger Roststahlfirma „Eisenbart“. Der neue Briefkasten „Sharky“ nimmt gleichzeitig Post und Boten auf, sortiert die Sendungen nach Relevanz, schreddert Flyer und Amtsschreiben automatisch und entsorgt den Überbringer schlechter Nachrichten und/oder von Werbung umweltfreundlich. Dieser wird biologisch abbaubar durch eine kleine Öffnung an der Heckflosse ausgeschieden.

Der Wuppertal-Elberfelder Gourmettempel „Schmacko & Fatz“ hat der Leiharbeit den Kampf angesagt. Da auch das zuständige Jobcenter dem Vermitteln ohnmächtig gegenübersteht, gehen die Inhaber des Restaurants neue Wege, um dem Problem der vielen freien Speisestellen zu begegnen. Sie inserieren direkt an der Fassade. Gesucht werden Bürgerinnen und Bürger mit Verzehridee. Interessenten können sich sofort beim Kellner melden. Die Einarbeitung erfolgt anhand einer Vorspeise. Tariflich zugesichert sind Pausen zwischen den einzelnen Gängen sowie ein pünktlicher Feierabend nach dem Digestif.
„Nur ein Mann mit Nüssen ist ein echter Mann“, so lautet das Credo des Maitre de Chocolatier der berühmten Kölner Schokoladenfabrik „Mümmeln & Söhne – Porz“. Die orale Befriedigung für den Mann entfaltet sich zur Gänze, wenn die zart ummantelten Nüsse sanft geknabbert werden. Bei dezentem Beißen in Tateinheit mit stärkerem Saugen fließt der Inhalt der Nüsse schließlich genuss(!!!)voll über die Zunge. Für den leidenschaftlichen Lutscher kreiert der Maitre gerade zur diesjährigen Grünen Woche in Berlin eine nusslose Variante in Form einer V……enusmuschel!

Die Stadt Dortmund muss sparen. Das gilt auch für die Kunst. Zur Verringerung der Personalausgaben wurden sämtliche Musiker der Stadt sozialverträglich entlassen. Als preiswerten Ersatz engagierten die Verantwortlichen den griechischen Philharmoniker Rhino Zeros. (hier bei seiner Ankunft vor dem Konzerthaus) Er ist autodidaktischer Multiinstrumentalist, günstig und beherrscht sämtliche Werke von Gustav Mahler, Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven und Franz Schubert. Einzelnen Protesten gegen diese Maßnahme begegnete Zeros musikalisch. Er spielte spontan auf dem linken Flügel Beethovens „Wut über den verlorenen Groschen“…
Die Klitschkos sind wieder aufgetaucht. Ein Paparazzo fotografierte Dr. Steelhammer und Dr. Ironfist bei ihrer heimlichen Ankunft in der Spree zwischen Berlin-Kreuzberg und Friedrichshain, nahe der Oberbaumbrücke. In einer nahgelegenen Boxhalle bereiten sich die Brüder zurzeit auf ihren Vereinigungskampf in der O2-World vor. Sparringspartner Rocky Balboa verschied bereits in der ersten Runde durch technischen K.O. Nach diesem für Hollywood so günstigen Zwischenfall, tauchten die in Kirgisien und Kasachstan geborenen Berufsukrainer sofort wieder ab…
Haargenau! Guildo ist wieder da! Die Haarspalterei hat ein Ende; und er wird uns haarklein berichten, was er die ganze Zeit getrieben hat! Momentan hängt er hier im Tal in Haaresbreite an Plakatwänden oder an Omnibussen. Als Träger des längeren Haarkleids, unterstütze ich die haarscharfe Aktion! Und lese mal wieder Kishon…Tagebuch eines Haarspalters!

Bis gleich…

André