Altes Schiffshebewerk Henrichenburg

Altes Schiffshebewerk Henrichenburg

ExtraSchicht 2013

Samstag 6.7., das Haar sitzt. Die Uhr zeigt 17.04 Uhr. Wir sitzen im Regionalexpress 4 nach Dortmund. Auf zur Extraschicht! Erstes Ziel ist das alte Schiffshebewerk Henrichenburg bei Waltrop. Seit ich vor vielen hundert Jahren zum ersten Mal die TV-Serie „Tour de Ruhr“ sah, wollte ich einmal dorthin. Endlich sollte es geschehen. Die Route war ausgekundschaftet. Mit dem Zug fahren wir nach Dortmund. Ab hinaus durch den Nordausgang. Dort halten die Busse. Unser Shuttle kommt auch gleich. Hinein und los!
Wir düsen durch Dortmund. Die Nordstadt ist vielleicht kein Vorzeigeviertel, aber ich fahre lieber durch solche Ecken, als durch Villenviertel. Ein Betonkasten ist bemalt. Er steht offensichtlich komplett leer. Brauen Borussenaugen leuchten. Wie umrunden den Borsigplatz. Alles in schwarz-gelb. Kleine Ehrenrunde am Hoeschmuseum. Das riesige Gelänge ist überwiegend Brache. Es geht vorbei an bunten Häusern. Halt vor dem Brauereimuseum. Fast alle steigen aus. Heute scheint Probierstunde! Wir fahren weiter. Vorbei am Dortmunder Hafen. Müde schlummert das Eventschiff „Herr Walter“ im Hafenbecken. Da müssen wir unbedingt mal hin!

Über die Dörfer

Es geht hinaus aus Dortmund. Am Horizont sehen wir die gelben Pylone des Stadions. Weiter links sonnt sich der Florianturm. Der Pott ist erstaunlich grün. Der Weg führt über die Autobahn. Castrop-Rauxel wird umkurvt. Irgendwann kommt mir die Gegend bekannt vor. „Tour de Ruhr“; hier rechts stand das „Haus Döttelbeck„. Da haben die Radfahrer von der ersten in die zweite Folge übernachtet. Es existiert nicht mehr. Auch die Brücke über den Rhein-Herne-Kanal ist neu. Wir rollen über ein Stück Fernsehgeschichte!
Wir biegen ab, halten. Aussteigen. Zwischen den Bäumen ist das Hebewerk schemenhaft zu erkennen. Dann baut es sich kolossal vor uns auf. Ein Wunderwerk aus Stahl. Je nach Perspektive wirkt es fast zierlich. So wie alle Stahlbauwerke der Industrialisierung. Aber steht man darin, ist es einfach imposant. Wir legen uns die Bändchen an. Und folgen dem Duft von Grillwürstchen. Erstmal ein Käffchen und ein Pils. Wir machen es uns im Strandkorb gemütlich. Und schauen uns die Leute an. Das alte Dampfschiff hupt und räuchert das Areal. Dann gehen wir runter zum Schiffshebewerk.

Wunderwerk der Technik

Vor uns steht ein Skelett aus Stahl. Hunderte Knochen werden durch tausende Nieten gehalten. In der Maschinenhalle ist Kleinkunst. Dort steht ein Modell des Hebewerks. Am liebsten würde ich es mitnehmen. Wir erklimmen den Turm. Bis zur oberen Etage sind es 132 Stufen. Wir machen am Oberwasser eine kleine Pause. Mein Pils quillt aus den Poren. Komm, wir gehen hinauf! Die Aussicht ist beeindruckend. Myriaden Bäume. Hinunter zu gucken erfordert Überwindung. Aber es lohnt sich. Man blickt auf gewaltige Zahnräder und in ein Stahlgewirr. Ob der Wärter oben in dem Häuschen nachts geschlafen hat? Irgendwann zieht es uns nach unten. Auf der anderen Seite kommt man in den Trog und runter zu den Brunnen. Wie das Hebewerk funktionierte ist auf Schildern erklärt. Alles reine Physik. Wen es interessiert, der schaue hier: Wie es funktioniert – Stichworte zur Technik

Wir flanieren durch den Trog, schauen jede Stahlstrebe an. Und machen reichlich Fotos! Blick auf die Uhr. So lange sind wir schon hier? Es wird Zeit! Wir wollen noch zum Umspannwerk Recklinghausen und von dir mit dem Schiff weiter zur Künstlerzeche Unser Fritz. Vorbei an den alten Schiffen gehen wir langsam Richtung Ausgang; nehmen Abschiedsblicke. Draußen, die Durchfahrt, sie habe ich doch schon einmal gesehen! Ja, durch sie fuhren Karl-Heinz und Lisbeth und die anderen damals. Da war es noch Straße. Heute ist es Fußweg. Ab zum Bus. Der Abend ist noch lang…und davon erzähle ich später.


















Bis gleich…

André

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